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Gelungene (Er-)Öffnung der Geschiebesperre am Berger Feistritzbach  
 

Sperre öffne dich!

Am 25. 9. 2009 wurde die neue Geschiebesperre am Berger Feistritzbach feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Sie soll in Zukunft die Sicherheit der Menschen im Oberen Drautal verbessern und gleichzeitig ökologische Vorteile bringen. Dafür gab es Geld vom EU Life Naturschutzfonds.

Bgm. Ferdinand Hueter, Hausherr und Moderator der Feier, konnte rund 150 interessierte Drautaler, darunter auch zahlreiche Ehrengäste aus der Region, zur Eröffnungsfeier begrüßen. Die Bläsergruppe der Trachtenkapelle Berg und Schüler der Volksschule Berg sorgten für die gelungene musikalische Umrahmung. Mundartdichterin Maria Wuggonig hatte sogar eine eigenes Gedicht zur Eröffnungsfeier verfasst, das die Schüler gekonnt vortrugen.



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In nur 8 Monaten Bauzeit, zwischen Oktober 2008 und Mai 2009, errichtete die Wildbach- und Lawinenverbauung am Berger Feistritzbach eine neue moderne Geschiebedosiersperre. Was zunächst nach einem Routinejob aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinschauen als innovatives Pilotprojekt, mit dem die Wildbach und Lawinenverbauung Sektion Kärnten neue Wege der Zusammenarbeit und Finanzierung beschreitet.

Die Feierlichkeiten waren schon für das Frühjahr geplant. Schon damals waren die Bauarbeiten weitgehend abgeschlossen. „Aus Rücksicht auf die Freiluftaufführungen des „Berger Jedermann“ in der Ochsenklamm oberhalb der Sperre haben wir mit dem Abtrag der alten Sperre aber noch zugewartet“, erläutert DI Josef Brunner von der WLV Sektion Kärnten. „Die stufenweise Absenkung der alten Sperrmauer ist ein wichtiger Teil des Gesamtvorhabens. Damit möchten wir erreichen, dass wieder mehr Geschiebe in die Drau gelangt. Im Normalfall rund 5000 Kubikmeter jährlich, bei einem Extremhochwasser bis zu 80.000 Kubikmeter. Die früher notwendigen Geschiebebaggerungen im Verlandungsbereich der alten Rückhaltesperre können jetzt eingestellt werden.“

Von dieser Lösung ist auch der Leiter der Schutzwasserwirtschaft Kärnten, DI Norbert Sereinig begeistert. Er leitet das von der EU finanziell unterstützte LIFE-Projekt „Lebensader Obere Drau“ unter dessen Agenda die neue Sperre geplant und finanziert wurde. „Der Umbau der Sperre verbessert indirekt auch die ökologische Situation und die Hochwassersicherheit des Drautales“, erläutert Sereinig. „Die Obere Drau braucht viel Geschiebe, was in den letzten Jahrzehnten durch die Regulierung des Flusses und die Verbauung vieler Wildbachzubringer nicht mehr gewährleistet war. Als Folge des Geschiebedefizits hat sich die Drau stellenweise bis zu 1 cm pro Jahr eingetieft. Dadurch können Uferverbauungen instabil werden, der Abfluss wird weiter beschleunigt, die Gemeinden flussabwärts bekommen mehr Wasser ab. Das LIFE Projekt bietet eine ideale Plattform, um gemeinsam mit der WLV dem Fluss wieder mehr Material zuzuführen, indem wir den Geschiebeeintrag aus den Wildbächen erhöhen. Die WLV hat am Berger Feistritzbach gezeigt, wie´s geht“, so Sereinig.

Die neue 39 Meter breite, 8,5 Meter hohe und 1300 Tonnen schwere Geschiebedosiersperre steht knapp unterhalb der alten Anlage in der Ochsenklamm am Berger Feistritzbach. „Sie kann im Ereignisfall bis zu 15.000 Kubikmeter Geröll und Wildholz aufnehmen“, erläutert der zuständige WLV-Projektleiter DI Erwin Ferlan. Die Krone der Sperre wurde „offen“ gestaltet. Ein schwerer Rechen aus massiven Eisenträgern hält bei Hochwasser das Wildholz zurück, erlaubt aber bei entsprechender Wasserführung einen kontinuierlichen Geschiebetransport bis zur Drau. Auch wird dem Bachlauf nun eine regelbare Wassermenge zugeleitet. Dadurch wird weiterhin nicht nur die Wasserkraftnutzung möglich sein, auf den breiten Geröllbänken des Berger Feistritzbaches finden geschützte Tier- und Pflanzenarten einen von Wasser und Geröll dynamisch geformten Lebensraum, wie er an der oberen Drau nur noch selten zu finden ist. Damit trägt die Maßnahme auch wesentlich zur Erreichung des guten ökologischen Zustandes im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie bei. Die EU und das Lebensministerium finanzierten den Hauptteil der Projektkosten von rund 350.000 Euro.

 

Wissenschaftler des Instituts für Naturgefahren der Universität für Bodenkultur begleiten das Projekt mit einem umfangreichen Untersuchungsprogramm. Mit modernsten Laserscan-Verfahren vermessen sie das Gelände an der Sperre und im Unterlauf des Feistritzbaches in den nächsten fünf Jahren zentimetergenau. Am Ende sollen die Geschiebeumlagerungen bilanziert und der erwünschte Geschiebeeintrag in den Vorfluter Drau dokumentiert werden.

Mit den ersten größeren Geschiebebewegungen im Feistritzbach ist allerdings erst in den kommenden Monaten und Jahren zu rechnen, nachdem im Zuge der Eröffnungsfeier die alte Sperrenmauer erstmals um rund einen Meter abgesenkt und das Geröll dahinter offiziell in die „Freiheit“ entlassen wurde. Abgestimmt auf Wasserführung und Wetterbericht wird diese Aktion in den kommenden Jahren wiederholt, bis der Feistritzbach den Geschiebespeicher hinter der alten Sperre leergeräumt hat. Das nächste Hochwasser kann also kommen ...

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